Neue Fotos von einer Fußmassage möchte ich heute zum Anlass nehmen, mehr über die von mir so geliebte Fußreflexzonenmassage zu berichten.

In der Ausbildung bei Terramedus in Kiel erhielten wir neben den anatomischen und geschichtlichen Hintergründen auch eine Art Wegweiser, womit wir beginnen sollten und welche Reihenfolge bei der Massage sinnvoll ist, um nichts auszulassen. Dabei beschrieb unser Ausbilder treffend den Fuß als ein Gerüst aus 56 kleinen Knochen, 40 kleinen Muskeln und 228 Bändern.

Die Reflexzonentherapie gehört in den Bereich der Komplementärmedizin und soll damit die Selbstheilungskräfte des Menschen fördern. Demgemäß beschreiben Reflexe eine Verbindung zwischen Organen, Haut und Muskeln über die Nerven und sind eine Reaktion auf einen Reiz. Infolgedessen ist nicht unbedingt an einem Schmerzpunkt zwangsläufig die Ursache für den Schmerz zu lokalisieren, sondern kann sich ganz woanders im Körper befinden.

Unterschiede zwischen Therapie und Massage

Fußsohle und Fußrücken

Fußsohle und Fußrücken

Neben dem homöopathischen Therapieansatz meines Heilpraktikers beinhaltete seine Naturheilpraxis auch die Fußreflexzonentherapie. Diese unterscheidet sich von der / meiner Massageform. Beispielsweise kann der Therapeut über die Füße gezielt Organe und Körperstellen beeinflussen. Auffällige Blockaden in Form von Verhärtungen, Verdickungen oder „Knubbeln“ erfühlt er und bearbeitet sie mit bestimmten Techniken. Hierbei können einige Griffe um einiges schmerzhafter sein, als sie es bei einer Massage je sein sollten.

Kurze Historie:

In Indien und China ist die Behandlung von Druckpunkten seit Jahrhunderten bekannt. Sie entwickelte sich zur heute am meisten bekannten Akupressur. Demzufolge stellte der amerikanische Arzt William Fitzgerald (1872-1942) Zusammenhänge zwischen Körper und Füßen durch eine vertikale Einteilung von Körperzonen her: quasi eine Projektion des menschlichen Körpers auf die Fußsohle. Außerdem befasste sich in den dreißiger Jahren auch die Masseurin Eunice Ingham in Amerika mit dieser Thematik und fügte eigene Erfahrungswerte in einigen Schriften hinzu.

Seit 1958 baute Hanne Marquardt diese Grundlagen zu einer Therapieform weiter aus.

Sie bescherte uns eine überarbeitete Form der hervorragenden Reflexzonenkarte an der ich mich immer gern orientiere bzw. in welcher ich gern nachschaue, wenn ich verhärtete Areale erfühle.

Reflexzonenkarte der Füße

Reflexzonenkarte der Füße

Wunderbare Effekte

Bei der Massage beeinflusse ich tatsächlich den ganzen Organismus. Wenn ich Blockaden finde, bedenke ich diese meistens mit etwas mehr Aufmerksamkeit. Dies geschieht entweder durch höhere Druckstärke oder häufigere Wiederholungen. Die Fußreflexzonenmassage dient in erster Linie der besonderen tiefen Entspannung und Stressabbau. Weitere Ziele sind zudem die bessere Durchblutung der Organe, Steigerung des Wohlbefindens und die Anregung des Stoffwechsels. Im Grunde genommen beginnt gestaute Energie zu fließen und energetische Balance kann wieder hergestellt werden. Voraussetzung hierfür: kein Gewebe/Organ darf z.B. durch Unfälle oder Operationen zerstört sein.

Bedeutung für mich und Vorgehensweise

Mir hat diese Massageform neue Horizonte eröffnet. Hier erreiche ich den Körper noch einmal ganz anders.

In den meisten Fällen arbeite ich im Sitzen und der Kunde in Rückenlage auf der Liege oder sitzend. Für eine entspannende Position platziere ich individuell eine Rolle unter den Knien. Die Unterschenkel und Knöchel werden neben Fußsohle, Fußrücken, Fußaußen- und Fußinnenseite mit einbezogen.

Wahlweise massiere ich mit Öl oder Vaseline. Hier bevorzuge ich eine geringere Menge als bei meinen anderen Anwendungen, weil ich gezielter einwirken kann und nicht wegrutsche.

Beliebte Techniken und Griffe

Griff am Großen Zeh

Griff am Großen Zeh

Daumen-Kriechgang (Raupengang), Kreise oder Linie, Drehungen mit der Faust im Fußgewölbe, einzelne Zehen langziehen, kreisen und kneten, Zehenzwischenraum ausstreichen, Fußrücken kreisend und streichend zu den Zehen hin, Knöchel umkreisen, Ferse mit der ganzen Hand halten und drehen, ganze Zehenreihe nach hinten und vorne strecken, seitlich zusammenbringen oder nach oben hin aufdehnen, Hände unter beide Fersen und sachte nach hinten lehnen und die Wirbelsäule „auseinanderziehen“

An den Fußkanten sind quasi die dortigen Wölbungen eine Nachbildung der Wirbelsäule.

Durch meine eigenen Erfahrungen bei der Therapie und einzelnen Wünschen meiner Kunden hat sich mit der Zeit der Ablauf meiner Massage verändert. Die Schwerpunkte sind immer individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse der einzelnen Person.

Viele Kunden sind angenehm überrascht, wie toll sich Massage an den Füßen anfühlen kann und welche Effekte sie direkt erleben können. Klassisches Beispiel. Ich massiere seitlich am großen Zeh und es tut sich etwas im Nacken. Oder ich passiere den Bereich des Darms oder der Blase und auch dort macht sich aktiv die Verdauung z.B. durch Geräusche bemerkbar.

Insofern gewünscht, berichte ich während der Anwendung, was ich erfühle und erkläre gern die Zusammenhänge. Natürlich nur, wenn eine Unterhaltung nicht stört.

Finden Sie weitere Informationen auch unter den Anwendungen: Fußreflexzonenmassage.

Hier ein wichtiger Hinweis:

In den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft einer Kundin und den letzten 6 Wochen darf ich eine Fußreflexzonenmassage nicht anbieten und durchführen. Diese könnte Einfluss auf das Ungeborene haben. Alternativ biete ich gern eine wohltuende Nackenmassage auf dem Massagestuhl an oder eine Reikibehandlung.

Im Anschluss ziehe ich gerne Ihre Socken an. Wann hat Ihnen zuletzt jemand diesen kleinen Dienst erwiesen? Als Kind? Im Krankheitsfall? Eine Kleinigkeit – fühlt sich so so gut an!

Entspannte Grüße

Katrin